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Veja ...

 

 

… das sind coole fair und ökologisch produzierte Sneaker mit einer brasilianischen Seele. Ihre Geschichte geht so: Im Nordosten Brasiliens liegt der von starker sozialer Ungleichheit geprägte Bundesstaat Ceará. Schwierige, trockene Bodenverhältnisse und Monokulturen zeichnen das Bild der Landwirtschaft. Doch es gibt organisierte Kleinbauern, die Baumwolle und andere Feldfrüchte nach ökologischen Richtlinien anbauen. Veja bezieht die Baumwolle für seine Schuhproduktion ohne Zwischenhandel von 320 dieser Kleinbauern-Familien zu fairen Bedingungen. Die Gewinne gehen also direkt an die Erzeuger. Zum Ende der Erntezeit zahlt Veja zusätzlich eine Prämie, mit der die Bauern kollektiv ihren Lebensstandard verbessern. Zwischen 2007 und 2009 wurde sie z.B. verwendet, um eine offizielle Bio-und Fair-Trade-Zertifizierung zu erwerben.


Der in der ökologischen Landwirtschaft praktizierte Fruchtwechsel ermöglicht den Bauern eine autarke Lebenshaltung, denn neben Baumwolle bauen sie beispielsweise auch Mais, Sesam und Bohnen an. Inzwischen stellen immer mehr Bauern in der Region auf eine ökologische Landwirtschaft um, die die Qualität der Erde erhält und die Gesundheit der Bauern schützt.


Doch Sneaker bestehen nicht nur aus Stoff – sie brauchen auch eine Sohle aus Gummi. Nun, die einzige Region auf der Erde, in der Kautschuk natürlich vorkommt, ist das Amazonasgebiet. Veja bezieht den Kautschuk für seine Sneaker-Sohlen von 60 Tapper-Familien aus dem Reservat „Chico Mendès“ im Bundesstaat Acre. Die Tapper leben und arbeiten im Urwald. Bei der Kautschukgewinnung nutzen sie eine neue Technologie, die es ihnen erlaubt, den Latex direkt in Gummiplatten zu formen. Diese können ohne weitere Verarbeitungsschritte für die Schuhe genutzt werden – was den Tappern wiederum ein höheres Einkommen sichert. Seit 2007 arbeitet Veja bei der Kautschukgewinnung mit Bia Saldanha zusammen, einer Umweltaktivistin und Mitbegründerin der brasilianischen „Grünen“. Mehr dazu kann man z.B. hier erfahren.


Der Aufstieg von petrochemisch hergestelltem Plastik seit den 1960er Jahren hat dazu geführt, dass die Preise für Kautschuk stark eingebrochen sind. Die Bewohner der Wälder haben deshalb angefangen, sich lukrativeren Aktivitäten zuzuwenden, wie "Vieh"zucht und Waldwirtschaft, für die immer mehr Flächen gerodet wurden und werden. Eine Möglichkeit, den Regenwald am Amazonas zu schützen, liegt in einer nachhaltigeren Nutzung seiner Ressourcen – beispielsweise durch die Gewinnung von wildem Kautschuk. Ein fairer Preis für diesen Latex garantiert nicht nur den Tappern ein sicheres Einkommen, es kann auch als ein Ansatz zur Erhaltung des brasilianischen Urwalds gesehen werden.


Aufgrund der hohen sozialen und ökologischen Standards sind die Produktionskosten von Veja drei- bis viermal so hoch wie bei anderen Schuhlabels. Trotzdem sind die Schuhe nicht teurer als vergleichbare „konventionelle“ Produkte, was daran liegt, dass Veja keinerlei Geld für Werbung ausgibt.


Um den CO2-Ausstoß auf ein Minimum zu reduzieren, werden alle Veja Sneakers – in kleinstmöglichen Schuhschachteln – per Frachtschiff von Porto Alegre, Brasilien, nach Le Havre in Frankreich gebracht. Weiter geht es per Schiff nach Paris. Dort übernimmt das Atelier Sans Frontières (ASF), ein Verein für schwer vermittelbare Arbeitnehmer, die Abwicklung der Bestellungen der Händler – also auch der von Veganista :).

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